Vitamin K2 Dosierung: Wie viele µg MK-7 pro Tag wirklich sinnvoll sind

Kurz zusammengefasst: Für gesunde Erwachsene gelten 100–200 µg Vitamin K2 (meist als MK-7) pro Tag als übliche und gut verträgliche Supplementierungsdosis. Die EFSA nennt für Vitamin K insgesamt eine angemessene Zufuhr (Adequate Intake) von 70 µg täglich für Erwachsene. In der Praxis wird K2 häufig zusammen mit Vitamin D3 dosiert – als grobe Faustregel gelten rund 100 µg K2 pro 1.000 I.E. D3, ein praktischer Richtwert, keine offizielle EFSA-Vorgabe. Wichtig: Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar oder Falithrom einnimmt, darf Vitamin K2 nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt supplementieren.

Wie viel Vitamin K2 pro Tag ist sinnvoll?

Für Vitamin K insgesamt hat die EFSA eine angemessene Zufuhr (Adequate Intake, AI) von 70 µg pro Tag für Erwachsene festgelegt – dieser Wert gilt für Vitamin K allgemein und ist nicht K2-spezifisch. In Nahrungsergänzungsmitteln werden meist höhere Mengen eingesetzt: Die in Studien und am häufigsten verwendete Dosis von Vitamin K2 in der Form MK-7 liegt bei 100–200 µg pro Tag. Für diesen Bereich gilt das Sicherheitsprofil als gut untersucht.

→ Quelle: EFSA NDA Panel, Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Vitamin K, EFSA Journal 15(5):4780 (2017)

Eine offizielle Obergrenze (Tolerable Upper Intake Level) hat die EFSA für Vitamin K bislang nicht festgelegt, da bei gesunden Erwachsenen in den üblichen Supplement-Dosen kein Toxizitätsrisiko beobachtet wurde. Das bedeutet nicht, dass beliebig hohe Mengen sinnvoll sind – es bedeutet nur, dass für den üblichen Dosisbereich keine Sicherheitsbedenken dokumentiert sind.

Warum wird Vitamin K2 häufig zusammen mit Vitamin D3 dosiert?

Vitamin D3 und Vitamin K2 sind beide fettlöslich und werden in der Praxis oft kombiniert angeboten – so auch bei VEYT. Der Hintergrund: Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium, während Vitamin K2 an der Aktivierung von Proteinen beteiligt ist, die Calcium im Körper binden. Eine in der Praxis verbreitete Faustregel – zurückgehend auf Arbeiten von Prof. Cees Vermeer und Kolleg:innen der Universität Maastricht – empfiehlt etwa 100 µg K2 (MK-7) pro 1.000 I.E. Vitamin D3. Das ist ausdrücklich ein praktischer Richtwert aus der Supplement-Formulierung, keine offizielle Empfehlung von EFSA, DGE oder BfR, und sollte entsprechend eingeordnet werden.

→ Quelle: Schurgers, L. J., Teunissen, K. J. F., Hamulyák, K., Knapen, M. H. J., Vik, H. & Vermeer, C., Vitamin K-Containing Dietary Supplements: Comparison of Synthetic Vitamin K1 and Natto-Derived Menaquinone-7, Blood 109(8):3279-3283 (2007)

Was sagt die EFSA wirklich zu Vitamin K2?

Hier lohnt sich Genauigkeit, weil viele Anbieter das ungenau darstellen. Für Vitamin K (als Nährstoffgruppe) sind nach der EU-Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zwei Aussagen zugelassen: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei, und Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.

Ein spezifisch für Vitamin K2 beantragter Claim zur «normalen Funktion von Herz und Blutgefäßen» wurde von der EFSA dagegen 2012 geprüft und nicht bestätigt: Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Vitamin K2 und einer normalen Herz-Kreislauf-Funktion wurde als nicht hinreichend belegt eingestuft. Wer also liest, K2 sei «offiziell gut fürs Herz», bekommt eine unzulässig verkürzte Aussage – ein Punkt, den wir hier bewusst nicht glätten.

→ Quelle: EFSA NDA Panel, Scientific Opinion on the Substantiation of a Health Claim Related to Vitamin K2 and Contribution to the Normal Function of the Heart and Blood Vessels, EFSA Journal 10(7):2714 (2012)

Expert Perspectives & Protocol Breakdown

Die EFSA verfolgt bei der Bewertung von Vitamin-K2-Aussagen einen streng regulatorischen Ansatz: Ein beantragter Claim wird nur bestätigt, wenn eingereichte Humanstudien einen kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang auf standardisierte, reproduzierbare Weise belegen. Genau daran scheiterte 2012 der Antrag auf einen Herz-Kreislauf-Claim für Vitamin K2 – nicht weil ein Nutzen unplausibel wäre, sondern weil die eingereichte Evidenz den strengen EFSA-Maßstab nicht erfüllte.

→ Quelle: EFSA NDA Panel, Scientific Opinion on the Substantiation of a Health Claim Related to Vitamin K2 and Contribution to the Normal Function of the Heart and Blood Vessels, EFSA Journal 10(7):2714 (2012)

Vermeer, Schurgers und ihr Team an der Universität Maastricht verfolgen dagegen einen mechanistischen, pharmakokinetischen Forschungsansatz: Statt eine abschließende Gesamtbewertung für einen Gesundheits-Claim anzustreben, untersuchen sie im Detail, wie unterschiedliche Vitamin-K-Formen im Blut aufgenommen, verteilt und abgebaut werden. Genau aus dieser Forschung stammt die Erkenntnis, dass MK-7 deutlich länger im Blut zirkuliert als MK-4 oder K1 – eine Grundlage für praktische Dosierungsempfehlungen, die aber bewusst außerhalb des EFSA-Health-Claim-Rahmens bleibt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Gegenüberstellung: Die EFSA-Perspektive entscheidet, welche Werbeaussagen ein Produkt tragen darf, während die Maastricht-Forschungsgruppe erklärt, warum sich verschiedene K2-Formen in der Praxis unterschiedlich verhalten, unabhängig davon, ob daraus ein zugelassener Claim wurde.

→ Quelle: Schurgers, L. J., Teunissen, K. J. F., Hamulyák, K., Knapen, M. H. J., Vik, H. & Vermeer, C., Vitamin K-Containing Dietary Supplements: Comparison of Synthetic Vitamin K1 and Natto-Derived Menaquinone-7, Blood 109(8):3279-3283 (2007)

MK-4 oder MK-7 – gibt es einen Unterschied?

Vitamin K2 kommt in mehreren Untergruppen vor, in Supplementen sind MK-4 und MK-7 am gebräuchlichsten. MK-7 hat eine deutlich längere Verweildauer im Blut als MK-4, wird in der Forschung häufiger in Langzeitstudien zur Knochengesundheit eingesetzt und erlaubt dadurch in der Regel eine einmal tägliche Einnahme. MK-7 wird u. a. aus fermentierten Quellen wie Natto gewonnen und ist in veganer Form verfügbar, was es zur in Supplementen am häufigsten verwendeten K2-Form macht.

→ Quelle: Schurgers, L. J. et al., Vitamin K-Containing Dietary Supplements: Comparison of Synthetic Vitamin K1 and Natto-Derived Menaquinone-7, Blood 109(8):3279-3283 (2007)

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Quelle / Kontext Empfehlung Anmerkung
EFSA Adequate Intake (Vitamin K gesamt) 70 µg / Tag (Erwachsene) Gilt für Vitamin K insgesamt, nicht K2-spezifisch
Übliche Supplement-Dosis MK-7 100–200 µg / Tag Weit verbreiteter, gut untersuchter Dosisbereich
Praxis-Richtwert mit D3 ca. 100 µg K2 pro 1.000 I.E. D3 Praktische Faustregel (Vermeer / Uni Maastricht), keine offizielle EFSA-Vorgabe
Obergrenze (UL) Nicht festgelegt EFSA sieht bei gesunden Erwachsenen in Supplement-Dosen kein dokumentiertes Toxizitätsrisiko

Sicherheit, Nebenwirkungen und eine wichtige Wechselwirkung

Vitamin K2 gilt in den üblichen Supplement-Dosen als gut verträglich; ernstzunehmende Nebenwirkungen bei gesunden Erwachsenen sind in der Literatur selten dokumentiert.

Wichtiger Hinweis: Vitamin K2 wirkt dem Prinzip von Vitamin-K-Antagonisten (Gerinnungshemmer wie Marcumar/Phenprocoumon oder Warfarin) direkt entgegen und kann deren Wirkung abschwächen. Wer solche Medikamente einnimmt, sollte Vitamin K2 ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache supplementieren. Auch bei Schwangerschaft, Stillzeit, Nierenerkrankungen oder anderer Dauermedikation gilt: vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.

Wann und wie solltest du Vitamin K2 einnehmen?

Da Vitamin K2 fettlöslich ist, wird es zusammen mit einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält, in der Regel besser aufgenommen als auf leeren Magen. Ob morgens oder abends eingenommen wird, ist laut aktueller Studienlage zweitrangig – entscheidender ist eine konstante, regelmäßige Einnahme.

Für wen kann Vitamin K2 sinnvoll sein?

Relevant ist Vitamin K2 vor allem für Menschen, die bereits höher dosiertes Vitamin D3 supplementieren, sowie für alle, die sich generell für ihre Knochengesundheit interessieren – hier greift der EFSA-bestätigte Beitrag zur Erhaltung normaler Knochen. Menschen mit veganer Ernährung nehmen häufig wenig Vitamin K2 über die Nahrung auf, da die Hauptquellen (fermentierte Lebensmittel, tierische Produkte) selten oder gar nicht auf dem Speiseplan stehen – hier kann eine gezielte Zufuhr sinnvoll sein.

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Häufige Fragen zu Vitamin K2

Wie viel Vitamin K2 sollte ich pro Tag einnehmen?

In Supplementen werden meist 100–200 µg MK-7 pro Tag eingesetzt. Die EFSA nennt für Vitamin K insgesamt eine angemessene Zufuhr von 70 µg täglich für Erwachsene.

Sollte ich Vitamin K2 zusammen mit Vitamin D3 einnehmen?

Viele kombinieren beide, da sie fettlöslich sind und im Calciumstoffwechsel zusammenwirken. Eine verbreitete Faustregel nennt ca. 100 µg K2 pro 1.000 I.E. D3 – ein praktischer Richtwert, keine offizielle Vorgabe.

Was ist der Unterschied zwischen MK-4 und MK-7?

MK-7 verbleibt deutlich länger im Blut als MK-4 und erlaubt dadurch meist eine einmal tägliche Einnahme. MK-7 ist die in Supplementen am häufigsten verwendete Form.

Unterstützt Vitamin K2 die Herzgesundheit?

Ein entsprechender EFSA-Claim wurde 2012 geprüft und nicht bestätigt – ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Vitamin K2 und normaler Herz-Kreislauf-Funktion gilt als nicht hinreichend belegt. Offiziell bestätigt sind bei Vitamin K nur die Beiträge zu normaler Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen.

Wer sollte kein Vitamin K2 einnehmen, ohne vorher einen Arzt zu fragen?

Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar, Falithrom oder Warfarin einnimmt, sollte K2 nicht ohne ärztliche Rücksprache supplementieren, da Vitamin K2 deren gerinnungshemmende Wirkung abschwächen kann. Das gilt ebenso bei Schwangerschaft, Stillzeit und Nierenerkrankungen.

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References & Scientific Citations

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.

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