Magnesium Wirkung: Was Studien zu Muskeln, Schlaf und Stress wirklich zeigen
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Magnesium Wirkung: Was Studien zu Muskeln, Schlaf und Stress wirklich zeigen
DGE-Referenzwerte, alle 10 EFSA-Claims im Wortlaut, was ein Cochrane-Review zu Magnesium bei Wadenkrämpfen wirklich zeigt und wie du eine Überdosierung sicher vermeidest.
Magnesium ist Cofaktor von mehr als 600 Enzymen im Körper und laut EFSA offiziell an einer normalen Muskelfunktion, der normalen Funktion des Nervensystems, dem Elektrolytgleichgewicht und der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beteiligt. Kaum ein Mineralstoff wird in Deutschland so häufig bei Wadenkrämpfen, Schlafproblemen und Stress beworben – doch nicht jede dieser Anwendungen ist gleich gut belegt. Dieser Artikel ordnet ein, was DGE-Referenzwerte, EFSA-Claims und aktuelle Studien tatsächlich zeigen, wo die Studienlage noch dünn ist und ab welcher Dosis Magnesium unangenehm werden kann.
TL;DR
Magnesium trägt laut EFSA zu einer normalen Muskelfunktion, einer normalen Funktion des Nervensystems, zum Elektrolytgleichgewicht und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Die DGE empfiehlt 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg für Männer. Ein aktueller Cochrane-Review zeigt: Bei nächtlichen Wadenkrämpfen ohne erkennbare Ursache wirkt Magnesium bei älteren Erwachsenen wahrscheinlich nicht relevant besser als Placebo – bei Schwangeren ist die Datenlage uneinheitlich und von begrenzter Qualität. Für Schlaf, Stress und PMS gibt es erste, aber noch keine eindeutigen Belege. Nahrungsergänzungsmittel sollten laut BfR nicht mehr als 250 mg Magnesium pro Tag liefern, aufgeteilt auf mindestens zwei Einnahmen.
Was ist Magnesium und wofür braucht der Körper es?
Magnesium ist neben Kalium, Kalzium und Natrium ein zentrales Elektrolyt des Körpers und kommt vor allem innerhalb der Zellen vor, insbesondere in Knochen, Muskeln und weiteren Weichteilgeweben. Als Cofaktor von mehr als 600 Enzymen ist Magnesium an praktisch allen ATP-abhängigen Reaktionen beteiligt und damit ein zentraler Baustein des Energiestoffwechsels. Es reguliert außerdem die Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln, die Muskelkontraktion, den Herzrhythmus, den Gefäßtonus und den Knochenstoffwechsel. Gute Magnesiumquellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen sowie Fisch und Meeresfrüchte.
Die 10 EFSA-zugelassenen Funktionen von Magnesium im Überblick
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat auf Basis der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 eine Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben (Health Claims) festgelegt. Für Magnesium sind zehn Angaben zugelassen – die folgende Tabelle zeigt sie im Überblick.
| Bereich | EFSA-zugelassene Angabe (Wortlaut) |
|---|---|
| Müdigkeit | „Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei" |
| Energiestoffwechsel | „Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei" |
| Muskelfunktion | „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei" |
| Elektrolythaushalt | „Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei" |
| Nervensystem | „Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei" |
| Eiweißsynthese | „Magnesium trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei" |
| Psychische Funktion | „Magnesium trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei" |
| Knochen | „Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei" |
| Zähne | „Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei" |
| Zellteilung | „Magnesium hat eine Funktion bei der Zellteilung" |
Diese Angaben sind rechtlich zulässige, EFSA-geprüfte Aussagen zur normalen Funktion – keine Heilversprechen und keine Aussagen zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten. Sie dürfen nur bei Lebensmitteln verwendet werden, die mindestens 15 % des EU-Referenzwerts (entspricht rund 56 mg Magnesium) pro Portion liefern.
Magnesium-Tagesbedarf: Die DGE-Referenzwerte im Überblick
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Referenzwerte für Magnesium zuletzt 2021 überarbeitet. Für Erwachsene gelten unabhängig vom Alter (19 bis über 65 Jahre) folgende Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr:
| Gruppe | Empfohlene Zufuhr |
|---|---|
| Frauen (ab 19 Jahren) | 300 mg/Tag |
| Männer (ab 19 Jahren) | 350 mg/Tag |
| Schwangere | 300 mg/Tag |
| Stillende | 300 mg/Tag |
Laut Nationaler Verzehrsstudie II erreicht der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung diese Empfehlungen über die normale Ernährung, im Mittel nehmen Männer rund 432 mg und Frauen rund 361 mg Magnesium pro Tag auf. Ein durch Symptome erkennbarer Magnesiummangel ist bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten laut DGE entsprechend selten. Erhöhter Bedarf kann bei starkem Schwitzen, hoher sportlicher Belastung, Stress oder der langfristigen Einnahme bestimmter Medikamente entstehen.
Hilft Magnesium wirklich gegen Wadenkrämpfe?
Kaum eine Anwendung ist im Marketing so präsent wie Magnesium gegen nächtliche Wadenkrämpfe – die aktuelle Studienlage ist hier aber deutlich zurückhaltender, als viele Ratgeber suggerieren. Ein aktueller Cochrane-Review hat die verfügbaren randomisierten Studien ausgewertet, darunter fünf Studien mit älteren Erwachsenen, fünf Studien mit Schwangeren und eine Studie mit Menschen mit Leberzirrhose. Das Ergebnis fällt je nach Gruppe unterschiedlich aus:
Ältere Erwachsene mit idiopathischen Krämpfen (ohne erkennbare Ursache): Der Review kommt zu dem Schluss, dass Magnesium die Häufigkeit oder Schwere der Krämpfe wahrscheinlich nicht relevant reduziert – der Effekt unterscheidet sich kaum von Placebo. Auch die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zu Muskelkrämpfen hält fest, dass die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Krämpfen nicht ausreichend belegt ist, ein nachweisbarer Magnesiummangel aber korrigiert werden sollte.
Schwangere: Hier zeigt der Cochrane-Review, dass Magnesium die Krampfhäufigkeit reduzieren kann, die Ergebnisse sind laut den Autor*innen aber uneinheitlich und die Qualität der zugrunde liegenden Evidenz begrenzt. Eine Anwendung sollte in der Schwangerschaft ohnehin nur nach Rücksprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt erfolgen.
Nachgewiesener Magnesiummangel: Liegt ein durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikation bedingter, nachgewiesener Magnesiummangel vor, kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein – hier geht es dann aber um den Ausgleich eines echten Mangels, nicht um eine allgemeine Krampf-Behandlung.
Magnesium bei PMS und Regelschmerzen: Was die Studienlage zeigt
Für den weiblichen Zyklus wird Magnesium häufig als Unterstützung bei prämenstruellem Syndrom (PMS) und Menstruationsbeschwerden diskutiert. Der zugrunde liegende Mechanismus ist plausibel: Magnesium wirkt entspannend auf die glatte Muskulatur, darunter auch die Gebärmuttermuskulatur, und einige Untersuchungen fanden bei Frauen mit PMS niedrigere Magnesium-Serumspiegel als bei Frauen ohne PMS. Mehrere ältere, meist kleinere randomisierte Studien deuten außerdem darauf hin, dass eine Magnesiumsupplementierung über mehrere Zyklen hinweg einzelne PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Wassereinlagerungen lindern kann. Für eine abschließende Bewertung sind diese Studien aber zu klein und zu uneinheitlich in Dosierung und Studiendesign – belastbare, großangelegte, aktuelle Übersichtsarbeiten fehlen bislang. Wer PMS oder Regelschmerzen mit Magnesium ausprobieren möchte, sollte deshalb realistische Erwartungen mitbringen und bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden immer zusätzlich die Frauenärztin oder den Frauenarzt einbeziehen, statt sich allein auf ein Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen.
Magnesium für Schlaf und Stress: Was ist belegt, was ist Hoffnung?
Magnesium hemmt die Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin sowie die Funktion des Parathormons, weshalb es gelegentlich als „Anti-Stress-Mineral" bezeichnet wird. Mit sinkendem Magnesium-Serumspiegel steigt in Untersuchungen die Empfindlichkeit gegenüber Stress, insbesondere gegenüber Lärmstress. Für den Schlaf zeigen mehrere Studien, dass Magnesium die Schlafqualität und -dauer verbessern kann, insbesondere bei Personen mit bereits schlechtem Schlaf; bei älteren Menschen wurden in einzelnen Untersuchungen positive Effekte auf Schlafeffizienz, Einschlafzeit und nächtliches Erwachen beobachtet. Diskutierte Mechanismen sind eine verminderte Ausschüttung von Stresshormonen, eine Beteiligung am Botenstoff GABA sowie eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur, die nächtlichen Krämpfen als Schlafstörfaktor entgegenwirken könnte. Wichtig zur Einordnung: Die bestehende Forschung ist vielversprechend, aber die Studien unterscheiden sich in Dosierung, Dauer und untersuchter Gruppe deutlich, und ein garantierter schlaffördernder Effekt lässt sich daraus aktuell nicht ableiten. Individuelle Unterschiede sind hier ausdrücklich zu erwarten.
Magnesium bei Migräne und Blutdruck: ein kurzer, ehrlicher Ausblick
Zwei weitere Anwendungsfelder werden in der Forschung diskutiert, sind für den Alltagsgebrauch aber nur mit klaren Einschränkungen relevant. Migränepatient*innen weisen in Studien häufiger verminderte Konzentrationen von Riboflavin (Vitamin B2), Magnesium und Coenzym Q10 auf. Eine Studie prüfte über drei Monate eine Kombination aus 600 mg Magnesium, 400 mg Riboflavin und 150 mg Coenzym Q10 zusätzlich zu weiteren Vitaminen und Mineralstoffen: Die Reduktion der Kopfschmerztage war im Vergleich zur Placebogruppe statistisch nicht signifikant, wohl aber zeigte sich nach der Intervention eine signifikant geringere Schmerzintensität und eine verbesserte Lebensqualität. Beim Blutdruck deutet eine Metaanalyse darauf hin, dass eine gesteigerte Magnesiumzufuhr den systolischen Blutdruck im Schnitt um etwa 2 mmHg senken kann, wobei der Effekt bei bestehender Magnesium-Unterversorgung wahrscheinlicher ist. Beide Anwendungen ersetzen keine ärztliche Migräne- oder Blutdruckbehandlung, sondern sind höchstens eine ergänzende Beobachtung aus der Forschung.
Bin ich von einem Magnesiummangel betroffen? Symptome und Risikogruppen
Ein durch klinische Symptome erkennbarer Magnesiummangel ist bei gesunden Menschen mit üblichen Ernährungsgewohnheiten selten. Zu den möglichen Anzeichen zählen unter anderem Muskelschwäche und eine erhöhte Neigung zu Muskelkrämpfen, Gefühllosigkeit oder Kribbeln, Schlafstörungen, erhöhte Stressempfindlichkeit und Zittern – Symptome, die allerdings wenig charakteristisch sind und denen bei Kalziummangel ähneln. Zu den Risikogruppen für eine unzureichende Magnesiumversorgung zählen:
- Menschen mit chronischen Durchfällen oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, da die Aufnahme im Darm beeinträchtigt sein kann.
- Menschen mit chronischem Alkoholkonsum, unter anderem durch eine gehemmte Rückresorption in der Niere und eine oft unzureichende Nahrungszufuhr.
- Menschen unter Diuretika-Therapie, da diese Medikamente die Magnesiumausscheidung über den Harn erhöhen können.
- Sportlich sehr aktive Menschen, die über starkes Schwitzen zusätzlich Magnesium verlieren können.
- Menschen mit stark einseitiger Ernährung oder parenteraler Ernährung.
Ein tatsächlicher Mangel lässt sich nicht zuverlässig anhand von Symptomen allein feststellen, sondern nur durch eine ärztliche Blutuntersuchung. Mit ausgeprägten klinischen Symptomen ist erst bei einem Magnesiumspiegel von unter 0,4 mmol pro Liter Serum zu rechnen; bei begründetem Verdacht ist die Testung über die Hausarztpraxis der sinnvollste erste Schritt.
Die besten Magnesiumquellen: Lebensmittel im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt den Magnesiumgehalt ausgewählter Lebensmittel pro 100 Gramm.
| Lebensmittel | Magnesiumgehalt je 100 g | Quelle |
|---|---|---|
| Sonnenblumenkerne | 420 mg | pflanzlich |
| Kürbiskerne | 402 mg | pflanzlich |
| Sesamsamen | 347 mg | pflanzlich |
| Cashewkerne | 270 mg | pflanzlich |
| Mandeln | 170 mg | pflanzlich |
Auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Bitterschokolade sowie in geringerem Umfang Kaffee und Tee tragen zur Magnesiumversorgung bei. Wichtig zu wissen: Der natürliche Magnesiumgehalt eines Lebensmittels sinkt mit zunehmendem Verarbeitungsgrad, und ein hoher Ausmahlungsgrad von Mehl sowie eine gleichzeitige Zufuhr von Phytinsäure (z. B. aus Getreide) oder Oxalsäure (z. B. aus Rhabarber) können die Aufnahme im Darm verringern.
Magnesium-Formen im Vergleich: Bisglycinat, Citrat, Malat, Taurat und Oxid
Magnesiumverbindungen unterscheiden sich in Löslichkeit, Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit deutlich. Besser bioverfügbar gelten laut Fachliteratur unter anderem Magnesiumcitrat, -chlorid, -laktat und -aspartat gegenüber Magnesiumoxid und -sulfat.
- Magnesiumbisglycinat (Aminosäurechelat): Magnesium ist an die Aminosäure Glycin gebunden, gilt als besonders gut verträglich und magenschonend – deshalb häufig die Basis für empfindliche Personen.
- Magnesiumcitrat: gut löslich und gut bioverfügbar, in Studien zu Wadenkrämpfen (z. B. bei Beingesundheit untersucht) allerdings auch mit einem erhöhten Risiko für weichen Stuhl bei höheren Einzeldosen verbunden.
- Magnesiummalat: Kombination aus Magnesium und Apfelsäure, wird im Zusammenhang mit dem Energiestoffwechsel diskutiert und ist bei sportlich aktiven Menschen beliebt.
- Magnesiumtaurat: Kombination aus Magnesium und der Aminosäure Taurin, wird vor allem im Zusammenhang mit Herz und Muskulatur diskutiert.
- Magnesiumoxid: kostengünstige, anorganische Verbindung mit geringerer Löslichkeit und tendenziell geringerer Bioverfügbarkeit im Vergleich zu organischen Magnesiumverbindungen.
Präparate, die mehrere Magnesiumformen kombinieren, zielen darauf ab, Verträglichkeit und Bioverfügbarkeit auszubalancieren. Wichtiger als die exakte Verbindung bleibt für die tägliche Basisversorgung jedoch, dass die Gesamtdosis im empfohlenen Rahmen liegt und regelmäßig eingenommen wird.
Magnesium richtig einnehmen: Timing und Wechselwirkungen
Für die beste Verträglichkeit empfiehlt das BfR, die Tagesdosis auf mindestens zwei Einnahmen zu verteilen, statt sie auf einmal einzunehmen. Ausführliche Einnahmehinweise, auch zur besten Tageszeit, findest du in unserem separaten Ratgeber zur Magnesium-Einnahme. Bei Wechselwirkungen gilt:
- Kalzium: Bei gleichzeitiger, hochdosierter Einnahme können sich Magnesium und Kalzium bei der Aufnahme im Darm gegenseitig behindern; ein zeitlicher Abstand von einigen Stunden ist sinnvoll.
- Bestimmte Antibiotika: Magnesium kann die Aufnahme mancher Antibiotika (z. B. Tetracycline, Chinolone) beeinträchtigen. Ein Abstand von mehreren Stunden zwischen den Einnahmen wird empfohlen, im Zweifel in der Apotheke nachfragen.
- Bisphosphonate (bei Osteoporose-Behandlung): Auch hier kann Magnesium die Aufnahme verringern, ein zeitlicher Abstand ist ratsam.
- Diuretika: Manche entwässernden Medikamente erhöhen die Magnesiumausscheidung über den Harn, was den Bedarf zusätzlich erhöhen kann – hier ist ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Bei bestehenden Erkrankungen, insbesondere Niereninsuffizienz, sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Magnesiumzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke abgestimmt werden.
Kann man Magnesium überdosieren?
Über die normale Ernährung ist eine Magnesium-Überdosierung bei gesunden Menschen praktisch ausgeschlossen, da überschüssiges Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird. Bei zusätzlicher Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) das jedoch differenzierter: In seiner Stellungnahme Nr. 034/2017 empfiehlt das BfR, die Tageshöchstmenge von 250 mg Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht zu überschreiten. Grundlage dafür ist eine Bewertung des ehemaligen EU-Wissenschaftsausschusses (SCF), der bei Zufuhren von rund 360 bis 365 mg pro Tag bei einem geringen Prozentsatz Erwachsener leichte, vollständig reversible Durchfälle beobachtete (Lowest Observed Adverse Effect Level), während bei bis zu 250 mg pro Tag keine solchen Effekte auftraten (No Observed Adverse Effect Level). Neuere Studien deuten laut BfR darauf hin, dass leichte Durchfälle bei einem kleinen Teil der Erwachsenen möglicherweise bereits ab etwa 300 mg auftreten können, weshalb das BfR an der vorsichtigeren 250-mg-Grenze festhält. Diese Höchstmenge gilt für Personen ab vier Jahren und ausschließlich für die zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel – nicht für Magnesium aus normalen Lebensmitteln. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist besondere Vorsicht geboten, da Magnesium hier nicht mehr zuverlässig ausgeschieden werden kann; eine Supplementierung sollte in diesem Fall nur nach ärztlicher Absprache erfolgen.
Magnesiumbedarf im Alltag decken
Der Großteil des Magnesiumbedarfs lässt sich über eine abwechslungsreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und grünem Blattgemüse decken. Wer gezielt ergänzen möchte – etwa bei hoher sportlicher Belastung, stressigen Phasen oder einseitiger Ernährung – kann auf ein Kombinationspräparat mit mehreren Magnesiumformen zurückgreifen. Der Veyt™ Multi-Magnesium Bio-Complex liefert 200 mg elementares Magnesium pro Tagesdosis aus einer 4-fach-Formel (Bisglycinat, Citrat, Malat, Taurat) und bleibt damit unterhalb der von BfR empfohlenen Tageshöchstmenge von 250 mg für Nahrungsergänzungsmittel.
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Jetzt entdeckenHäufig gestellte Fragen zu Magnesium
Was bewirkt Magnesium im Körper genau?
Magnesium ist Cofaktor von über 600 Enzymen und trägt laut EFSA unter anderem zu einer normalen Muskelfunktion, einer normalen Funktion des Nervensystems, zum Elektrolytgleichgewicht, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung sowie zur normalen psychischen Funktion bei.
Wie viel Magnesium pro Tag ist sinnvoll?
Die DGE empfiehlt für Frauen ab 19 Jahren 300 mg Magnesium täglich, für Männer 350 mg. Für Schwangere und Stillende gilt ebenfalls ein Richtwert von 300 mg pro Tag.
Hilft Magnesium wirklich gegen Wadenkrämpfe?
Bei älteren Erwachsenen mit Krämpfen ohne erkennbare Ursache zeigt ein aktueller Cochrane-Review wahrscheinlich keinen relevanten Vorteil gegenüber Placebo. Bei Schwangeren kann Magnesium die Krampfhäufigkeit reduzieren, die Studienlage ist hier aber uneinheitlich. Bei nachgewiesenem Mangel ist eine gezielte Zufuhr sinnvoll.
Hilft Magnesium beim Einschlafen und gegen Stress?
Erste Studien zeigen mögliche positive Effekte auf Schlafqualität und Stressempfindlichkeit, unter anderem über eine verminderte Ausschüttung von Stresshormonen und eine Beteiligung am Botenstoff GABA. Die Studienlage ist vielversprechend, aber noch nicht eindeutig genug für eine garantierte Wirkung.
Hilft Magnesium bei PMS und Regelschmerzen?
Ältere, meist kleinere Studien deuten auf eine mögliche Linderung einzelner PMS-Symptome hin, größere aktuelle Übersichtsarbeiten fehlen aber. Bei starken Regelbeschwerden sollte zusätzlich immer die Frauenärztin oder der Frauenarzt einbezogen werden.
Welche Magnesium-Form ist die beste?
Organische Verbindungen wie Magnesiumbisglycinat, -citrat, -malat und -taurat gelten allgemein als besser bioverfügbar und verträglicher als anorganisches Magnesiumoxid. Bisglycinat gilt zusätzlich als besonders magenschonend.
Kann man Magnesium überdosieren?
Über Nahrungsergänzungsmittel ja: Das BfR empfiehlt, 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht zu überschreiten, da ab etwa 300 bis 360 mg bei einem Teil der Erwachsenen leichte, reversible Durchfälle auftreten können.
In welchen Lebensmitteln steckt viel Magnesium?
Zu den magnesiumreichsten Lebensmitteln zählen Sonnenblumenkerne (420 mg/100 g), Kürbiskerne (402 mg/100 g), Sesamsamen (347 mg/100 g), Cashewkerne (270 mg/100 g) und Mandeln (170 mg/100 g). Auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse tragen zur Versorgung bei.
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Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Magnesium, Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben, BfR – Stellungnahme Nr. 034/2017: Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln, Cochrane Library – Magnesium bei Muskelkrämpfen (CD009402), Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FETeV) – Magnesium. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.