Zuckersteuer 2027: Was die neue Abgabe bedeutet – und wie du deinen Zuckerkonsum jetzt sinnvoll senkst
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TL;DR
Die Bundesregierung treibt die Einführung einer Zuckersteuer auf gesüßte Getränke voran – möglicherweise schon 2027 statt wie ursprünglich geplant 2028, mit erwarteten Einnahmen von rund 650 Millionen Euro im ersten Jahr. Rund um den 25. August 2026 kursierten zudem Berichte, wonach auch zuckerfreie Getränke mit Süßstoffen (z. B. Cola Zero) betroffen sein könnten – nach dem bislang maßgeblichen Modell der zuständigen Expertenkommission ist das aktuell aber gerade nicht vorgesehen. Unabhängig vom politischen Ausgang: WHO, DGE, Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen schon heute, freien Zucker auf unter 50 g pro Tag zu begrenzen. Dieser Artikel ordnet den aktuellen Faktenstand ein und zeigt, wie du deinen Zuckerkonsum schon jetzt sinnvoll reduzierst.
Die Zuckersteuer ist seit Monaten in der politischen Pipeline – doch rund um den 25. August 2026 sorgte vor allem eine Frage für neue Diskussionen: Werden künftig auch zuckerfreie Getränke mit Süßstoffen wie Cola Zero besteuert? Die Antwort nach aktuellem Stand ist differenzierter, als es einige Schlagzeilen nahelegen. Was ist wirklich geplant, und was kannst du unabhängig vom Ausgang der politischen Debatte schon heute für deinen eigenen Zuckerkonsum tun?
Was ist die Zuckersteuer 2027 – und was ändert sich konkret?
Der Stand der Dinge
Die Steuer auf zuckergesüßte Getränke geht auf einen von 66 Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit (FKG) zurück, die Ende März 2026 zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt wurden. Ursprünglich war der Start für 2028 vorgesehen; laut Unterlagen zum geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, über die das Deutsche Ärzteblatt am 06.07.2026 berichtete, wird inzwischen mit einem Beginn bereits 2027 geplant – mit rund 650 Millionen Euro erwarteten Einnahmen im ersten Jahr (ab 2028 dann rund 450 Millionen Euro, da Hersteller ihre Rezepturen bis dahin anpassen dürften). Die genaue gesetzliche Ausgestaltung arbeiten Bundesgesundheits- und Bundesfinanzministerium nach eigenen Angaben weiterhin gemeinsam aus.
→ Quelle: Deutsches Ärzteblatt (06.07.2026), Zuckersteuer soll schon nächstes Jahr 650 Millionen einbringen
Nach dem bislang maßgeblichen FKG-Modell soll die Steuer gestaffelt nach dem tatsächlichen Zuckergehalt erhoben werden, orientiert am britischen Vorbild (der 2018 eingeführten Soft Drinks Industry Levy). Betroffen wären demnach zuckergesüßte Erfrischungsgetränke; Details zu weiteren Kategorien wie Säften oder Milchmixgetränken stehen noch aus. Ein wichtiger, oft missverstandener Punkt: Nach dem veröffentlichten FKG-Modell zählt allein der Zuckergehalt – künstliche Süßstoffe selbst werden nicht besteuert. Getränke wie Cola Zero, die nach Herstellerangaben null Gramm Zucker pro 100 ml enthalten, wären damit nach aktuellem Modell nicht automatisch steuerpflichtig; auch für Hafer- und Sojadrinks gibt es bislang keine bestätigte generelle Einbeziehung. Ob der finale Regierungsentwurf davon abweicht, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht bestätigt.
→ Quelle: Münster Aktuell (25.08.2026), Zuckersteuer für Getränke: Was ab 2027 geplant ist
| Zuckergehalt pro 100 ml | Geplanter Steuersatz |
|---|---|
| unter 5 g / 100 ml | steuerfrei |
| 5 bis unter 8 g / 100 ml | 26 Cent pro Liter |
| ab 8 g / 100 ml | 32 Cent pro Liter |
*Staffelung nach dem Modell der Finanzkommission Gesundheit (Stand: Berichte vom 25.08.2026). Das endgültige Steuergesetz mit final bestätigten Sätzen und Produktkategorien lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
Wie viel Zucker gilt eigentlich als unbedenklich?
Unabhängig davon, wie die Steuer am Ende aussieht, ist die zugrunde liegende Gesundheitsfrage längst beantwortet: Die WHO empfiehlt, freien Zucker auf unter 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen – das entspricht bei 2.000 kcal etwa 50 g pro Tag. Langfristig hält die WHO eine weitere Reduktion auf unter 5 % (rund 25 g) für wünschenswert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat sich gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in einem gemeinsamen Konsensuspapier dieser WHO-Empfehlung aus dem Jahr 2015 ausdrücklich angeschlossen.
Praktische Tipps: So senkst du deinen Zuckerkonsum schon jetzt
- Etiketten lesen: Zucker versteckt sich unter vielen Namen – Glukosesirup, Fruktose, Maltodextrin, Dextrose oder Fruchtsaftkonzentrat zählen alle zum freien Zucker.
- Flüssigen Zucker zuerst reduzieren: Softdrinks, Eistees und gesüßte Kaffeegetränke liefern oft die größte Einzelmenge an freiem Zucker im Tagesverlauf – hier lohnt sich die Umstellung am meisten.
- Schrittweise statt abrupt: Die Vorliebe für Süße lässt sich über einige Wochen graduell zurücktrainieren, ganz ohne Verzicht auf einen Schlag.
- Eiweiß und Ballaststoffe einplanen: Mahlzeiten mit ausreichend Protein und Ballaststoffen wirken Heißhungerattacken auf Süßes entgegen.
Nährstoff im Fokus: Chrom
Chrom ist eines von zwei Spurenelementen mit einer EFSA-zugelassenen gesundheitsbezogenen Angabe rund um den Zuckerstoffwechsel: Laut EU-Verordnung 432/2012 gilt offiziell "Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel der Makronährstoffe bei" und "Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei" – vorausgesetzt, das Lebensmittel ist eine anerkannte Chrom-Quelle. Das ersetzt keine Zuckerreduktion, kann sie aber sinnvoll begleiten.
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Was die Reform noch offen lässt
Noch nicht entschieden
Mehrere Details sind laut aktuellem Berichtsstand noch offen: der genaue Einführungstermin, die final bestätigten Steuersätze und vor allem der vollständige Kreis der betroffenen Produkte – etwa bei Hafer- und Sojadrinks, für die es bislang keine bestätigte generelle Einbeziehung gibt. Auch ob der finale Gesetzentwurf der Bundesregierung vom bisherigen FKG-Modell abweicht und doch Süßstoff-Getränke einbezieht, ist offen; einige Berichte spekulieren in diese Richtung, ohne dass dies bislang bestätigt wäre. Dieser Artikel bezieht dazu keine politische Position, sondern ordnet den aktuellen Faktenstand ein und wird bei wesentlichen Neuigkeiten aktualisiert.
Expert Perspectives & Protocol Breakdown
Die Finanzkommission Gesundheit verfolgt einen fiskal- und lenkungspolitischen Ansatz: Sie modelliert Steuersätze anhand von Zuckergehalt-Schwellenwerten nach britischem Vorbild, kalkuliert erwartete Einnahmen und GKV-Einsparungen und zielt in erster Linie auf eine Verhaltensänderung bei Herstellern (Rezeptur-Anpassung), nicht direkt bei Konsumenten. Ihr Modell ist ökonomisch-regulatorisch: Die Wirkung wird über Marktanreize erwartet, nicht über individuelle Gesundheitsempfehlungen.
→ Quelle: Deutsches Ärzteblatt (06.07.2026), Zuckersteuer soll schon nächstes Jahr 650 Millionen einbringen
DGE, DAG und DDG verfolgen dagegen einen klinisch-populationsbezogenen Ansatz: Ihr Konsensuspapier leitet aus Stoffwechsel- und Krankheitsrisiko-Evidenz eine individuelle Verzehrobergrenze ab (unter 10 % der Energiezufuhr), unabhängig davon, ob und wie ein Produkt besteuert wird. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Gegenüberstellung: Die Steuer-Debatte betrifft, welche Getränke im Supermarktregal teurer werden – die Fachgesellschafts-Empfehlung betrifft, wie viel Zucker du unabhängig vom Preis täglich zu dir nimmst. Beide Perspektiven ergänzen sich, aber nur die zweite liegt direkt in deiner eigenen Kontrolle.
Häufige Fragen zur Zuckersteuer 2027
Wann kommt die Zuckersteuer in Deutschland?
Nach aktuellem Berichtsstand vom 25. August 2026 soll die Steuer bereits 2027 eingeführt werden, ein Jahr früher als ursprünglich mit 2028 geplant. Eine endgültige gesetzliche Beschlussfassung stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.
Ist Cola Zero von der Zuckersteuer betroffen?
Nach dem bislang veröffentlichten Modell der Finanzkommission Gesundheit zählt für die Steuerpflicht allein der tatsächliche Zuckergehalt – künstliche Süßstoffe werden nicht besteuert. Cola Zero und vergleichbare Null-Zucker-Getränke wären demnach aktuell nicht automatisch betroffen. Ob der finale Gesetzentwurf davon abweicht, ist derzeit nicht bestätigt.
Wie viel Zucker pro Tag empfehlen WHO und DGE?
Die WHO empfiehlt, freien Zucker auf unter 10 % der Energiezufuhr zu begrenzen (rund 50 g bei 2.000 kcal), mit einem langfristigen Ziel von unter 5 % (rund 25 g). DGE, DAG und DDG unterstützen diese Empfehlung gemeinsam für Deutschland.
Kann ein Nahrungsergänzungsmittel die Zuckersteuer "ausgleichen"?
Nein. Nährstoffe wie Chrom können laut EFSA-zugelassener Angabe zu einem normalen Blutzuckerspiegel und Makronährstoff-Stoffwechsel beitragen, ersetzen aber keine Reduktion des tatsächlichen Zuckerkonsums.
References & Scientific Citations
- Deutsches Ärzteblatt (06.07.2026). Zuckersteuer soll schon nächstes Jahr 650 Millionen einbringen
- Münster Aktuell (25.08.2026). Zuckersteuer für Getränke: Was ab 2027 geplant ist
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) & Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) (2018). Konsensuspapier: Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010). Scientific Opinion on Health Claims Related to Chromium, EFSA Journal 8(10):1732